Heiliger Leopold

Schutzpatron von Niederösterreich & Wien

Schutzpatron von Niederösterreich & Wien © NÖ Museum Betriebs GmbH, Foto: Helmut Lackinger

Geschichte

Leopold III., Markgraf von Österreich, lebte von ca. 1075 bis 1136 n. Chr. und stammte aus dem Adelsgeschlecht der Babenberger. Er wurde 1485 heilig gesprochen. 1663 wurde er zum niederösterreichischen Landespatron. Sein politisches Taktieren ist bis heute nicht unumstritten, manche nennen es Verrat. Als einander 1105 der umstrittene Kaiser Heinrich IV. und sein Sohn Heinrich V. am Fluss Regen feindlich gegenüberstanden, schlug sich Leopold auf die Seite des Sohnes und verhinderte so einen blutigen Bürgerkrieg. Der Lohn war bedeutsam: Der Markgraf heiratete in die salische Herrscherfamilie ein und bekam die Schwester Heinrichs V., Agnes, zur Frau.

Er war bereits einmal verheiratet und hat aus dieser Ehe vermutlich bereits Kinder mitgebracht. Agnes war seit kurzer Zeit Witwe und hatte ihrem ersten Mann, Herzog Friedrich von Schwaben, mehr als elf Kinder geboren. Aus der Ehe mit Leopold sind zehn Kinder überliefert, "die alle in nicht geringe weltliche Ehren gehoben wurden", wie es in einer Chronik heißt. Sein Sohn Otto, Bischof von Freising, gehörte zu den bedeutendsten Geschichtsschreibern des 12. Jahrhunderts. Seit 1663 ist der Hl. Leopold Nationalpatron Österreichs und im Speziellen auch Landespatron von Wien, Niederösterreich und (gemeinsam mit dem Hl. Florian) von Oberösterreich.

Neben dem Beinamen "der Heilige" trug er auch die Bezeichnungen "der Fromme" und "der Milde". Diese Namen verdiente er sich durch seine großzügigen Gaben und Tätigkeiten in Wien und Niederösterreich. Zu seinen Verdiensten zählt vor allem die Erschließung des Landes.

Neben dieser Tätigkeit war er auch ein eifriger Gründer von Klöstern. Dabei steht an erster Stelle das Stift Klosterneuburg, das 1108 unter seiner Schirmherrschaft gegründet wurde. Der Legende nach wurde das Stift Klosterneuburg genau an der Stelle erbaut, an der ein Strauch stand auf dem er den Schleier seiner Frau Agnes wiederfand. Angeblich hat sie diesen ein Jahr zuvor bei einer Jagd verloren. Auch nach langer Suche war der Schleier unauffindbar. Heute noch sind im Kloster Schleier und Teile eines Strauches, an dem der Schleier Wochen später gefunden wurde, aufbewahrt. Stift Klosterneuburg wuchs mit seiner Unterstützung in wenigen Jahren zur Residenz heran. Neben Stift Klosterneuburg geht auch das Stift Heiligenkreuz auf Leopold III. zurück. Vielen weiteren Klöstern sicherte er die Existenz. Zudem kümmerte sich Leopold auch um die Förderung der Bildung und die Entwicklung von Städten. So entstand auch die Münzprägestätte in Krems. Der Kremser Pfennig, der auch weit über den Herrschaftsbereich Leopolds von Bedeutung war, geht somit auch auf den Hl. Leopold zurück.

Leopold III. starb am 15. November 1136 an den Folgen eines Jagdunfalls. Er wurde zusammen mit seiner zweiten Frau Agnes im Stift Klosterneuburg beigesetzt.

Leopold wurde auch zu einem Symbol für Einsatz und Leistung für das Land Niederösterreich. Seit dem Jahr 2000 wird seine Statue, der NÖN-Leopold, von den Niederösterreichischen Nachrichten an Personen verliehen, die sich durch besondere Verdienste um das Land auszeichneten.

Brauchtum

Der Leopoldi-Tag wird seit der Heiligsprechung im Jahr 1485 durch Papst Innozenz VIII. immer am 15. November begangen. Das Zentrum der Festlichkeiten ist Klosterneuburg. Dort gab es früher große Bankette mit Tänzen und Turnieren. Auch heute noch wird im Stift Klosterneuburg des Hl. Leopolds mit diversen Programmpunkten gedacht. Dazu ist aus dem alten Fest inzwischen ein Jahrmarkt entstanden, bei dem am Leopoldi-Tag die BesucherInnen im Stift Klosterneuburg beim Fasselrutschen das berühmte Tausendeimerfass hinab rutschen.

 

Veranstaltungs-TIPP: https://www.stift-klosterneuburg.at/event/leopoldi-2016-im-stift-klosterneuburg/

Buch-TIPP: „Hl. Leopold – Mensch, Politiker, Landespatron“ jetzt um 50% ermäßigt im Shop des Museum Niederösterreich! EUR 14,50

Text: Johanna Weitzenböck, Johannes Kritzl

Quelle: Datenbank Gedächtnis des Landes

 

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