Aonogahara
Österreichische Kriegsgefangene in Japan 1914 – 1920
29.11.2019 – 11.3.2020 | Sonderausstellung in der Landesbibliothek NiederösterreichAb 1914 entstanden in Japan über fünfzehn Lager für Kriegsgefangene aus dem Deutschen Reich und Österreichisch-Ungarn. Aonogohara, im Süden der Insel, war eines davon. Das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich dokumentierte gemeinsam mit der Universität Kobe und der Stadt Kasai in einer Ausstellung das Schicksal der österreichischen Kriegsgefangenen.
Wie waren diese überhaupt auf die Insel gekommen? Die SMS Kaiserin Elisabeth - jenes Schiff, mit dem Thronfolger Franz Ferdinand bereits im Rahmen seiner Weltreise 1892/1893 China und Japan besucht hatte - war zum Zeitpunkt des Kriegsausbruches 1914 im deutschen Pachtgebiet von Tsingtau stationiert. Japan trat als Verbündeter Großbritanniens in den Krieg ein. Nach der Eroberung von Tsingtau, im Herbst 1914, wurde die Besatzung der SMS Kaiserin Elisabeth gefangengenommen und in Kriegsgefangenenlager in Japan verbracht.
Der unfreiwillige Aufenthalt auf der Insel von 1914-1920 war für viele Soldaten aus Österreich-Ungarn die erste Gelegenheit, mit der japanischen Kultur in Kontakt zu treten.
Die Ausstellung präsentierte das Lagerleben mit Exponaten, die zum Teil noch nie außerhalb Japans zu sehen waren: Arbeiten von Kriegsgefangenen, Bestandteile von Lagergebäuden sowie Erinnerungsgegenstände und Fotografien. Diese wurden durch Exponaten aus österreichischen und ausländischen Museen und Korrespondenzen, die sich seit Generationen in Familienbesitz befinden, ergänzt.
Mit dem Projekt „Aonogahara“ leistet das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich mit seinen Projektpartnern einen Beitrag zum Jubiläumsjahr 150 Jahre österreichisch-japanischer Beziehungen.
Die Sonderausstellung wurde in den Räumlichkeiten der Niederösterreichischen Landesbibliothek gezeigt.
Kurator:innen: Atsushi Otsuru, Nikos Kahovec, Christian Rapp, Benedikt Vogl
Projektpartner: NÖ Landesbibliothek, Stadt Kasai, Universität von Kobe
