Thementage zur Ausstellung im Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich
Parallel zur Sonderausstellung „Kinder des Krieges - Aufwachsen zwischen 1938 und 1955“ veranstaltet das Haus der Geschichte (HdG) gemeinsam mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung (BIK) am 7. und 8. Mai eine Tagung zu Kindheit und Jugend im und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Im Zentrum der Veranstaltung steht die Begegnung zwischen Publikum, Forschung und gelebter Erinnerung: Expert:innen und Zeitzeug:innen kommen gemeinsam zu Wort, persönliche Berichte, Kurzvorträge und moderierte Gespräche eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Zeitgeschichte. Filmvorführungen, ein Ausstellungsrundgang und ein Podiumsgespräch ergänzen das Programm.
Programmübersicht:
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Ab 13:30 Uhr | Ankommen
14:15 – 14:30 Uhr | Begrüßungsworte
Christian Rapp (Wissenschaftlicher Leiter HdG)
Barbara Stelzl-Marx (Leiterin BIK, Professorin Zeitgeschichte Uni Graz)14:30 – 15:30 Uhr | Panel „Kriegsende und Neuanfang“
Moderation: Christian Rapp (Wissenschaftlicher Leiter HdG)
Input: Kurt Bauer (BIK)
Zeitzeugin: Helga Baldasti15:30 – 15:45 Uhr | Pause
15:45 – 16:45 Uhr | Panel „Lebensborn“
Moderation: Nadjeschda Stoffers (BIK, Uni Graz)
Input: Lukas Schretter (BIK)
Zeitzeuge: Klaus Steiner16:45 – 18:00 Uhr | Pause
18:00 – 21:00 Uhr | Filmpräsentation und einführendes Gespräch
Moderation: Maren Sacherer (HdG)
Podium: Agnes Strasser & Alina Maria Strasser und Fabian Eder
Filmvorführung: „Kinder des Krieges“ (2024) und „Der schönste Tag“ (2021) -
Ab 9:00 Uhr | Ankommen
9:30 – 10:30 Uhr | Panel „Gewalt und Verfolgung“
Moderation: Benedikt Vogl (HdG)
Input: Christina Kandler (Zeithistorisches Zentrum Melk)
Zeitzeugin: Ruth Igelberg10:30 – 11:00 Uhr | Pause
11:00 – 12:00 Uhr | Panel „Besatzungskinder“
Moderation: Barbara Stelzl-Marx (Leiterin BIK, Professorin Zeitgeschichte Uni Graz)
Input: Sophie Hubbe (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Zeitzeugin: Eleonore Dupuis12:00 – 13:30 Uhr | Mittagspause
13:30 – 14:30 Uhr | Ausstellungsrundgang durch „Kinder des Krieges“
Mit Kurator:innen und Input von Vermittler:innen14:30 – 15:00 Uhr | Pause
15:00 – 16:30 Uhr | Podiumsgespräch „Krieg ausstellen – Erfahrungen aus der Praxis“
Moderation: Andrea Thuile (HdG)
Podium: Slađana Adamović (Projektleiterin Museum of Survivors), Georg Hoffmann (Direktor Heeresgeschichtliches Museum), Andreas Kuchler (Kurator von „Wie Kriege enden / How wars end“, Direktor Stadtmuseum Villach), Martina Zerovnik (Kuratorin von „Sehnsucht Frieden. 80 Jahre Kriegsende in Linz – 1945/2025“ im Nordico Stadtmuseum Linz)
Infos zu den Zeitzeug:innen & Vortragenden:
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14:30 – 15:30 Uhr | Panel „Kriegsende und Neuanfang“
Kurt Bauer, geboren 1961, ist Historiker und Mitarbeiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung (BIK). Er befasst sich u. a. mit der NS-Geschichte und -Sozialstruktur sowie politischer Gewalt und Alltags- und Mentalitätsgeschichte. Zuletzt erschienen: „Die dunklen Jahre“ (2017) und „Niemandsland zwischen Krieg und Frieden“ (2025).
Helga Baldasti, geboren 1940 in Wien. Nach dem Besuch der Handelsschule tritt sie in die Zentralsparkasse ein. Sie spezialisierte sich auf Wertpapiere. 1974 übersiedelt sie mit ihrer Familie nach St. Pölten, wo sie seither lebt. Bis zu ihrer Pensionierung 1996 ist sie in der Landesdirektion der Länderbank (später Bank Austria) in St. Pölten tätig.
15:45 – 16:45 Uhr | Panel „Lebensborn“
Lukas Schretter ist Post-Doc-Mitarbeiter und Koordinator des Standortes Wien des BIK. Er studierte Europäische Ethnologie, Geschichte sowie Holocaust and Genocide Studies. Nach Projektassistenz an der Uni Graz (2018-19) und Mitarbeit bei der KZ-Gedenkstätte Dachau folgte ein Stipendium des EU geförderten Netzwerks „Children Born of War“ (2015-18).
Klaus Steiner, geboren 1943 im „Lebensborn“-Heim „Wienerwald“, wuchs in Hallstatt auf. Nach der Schule studierte er Architektur in Wien, arbeitete u. a. für Harry Glück, Carl Auböck sowie die TU Wien und die Stadt Wien. Zudem forschte er zur Geschichte der Stadtplanung Wiens während der NS-Zeit und seinem Geburtsort sowie seiner Familiengeschichte.
18:00 – 21:00 Uhr | Filmpräsentation und einführendes Gespräch
Fabian Eder, geboren 1963 in Wien. Nach dem Studium an der Filmakademie Wien war er erst als Kameramann, dann Regisseur und Drehbuchautor für Film und Fernsehen tätig. „Der Schönste Tag“ und die Serie „Sprich Mit Mir“ (2016-2021) wurden mehrfach preisgekrönt und gelten als Vermächtnis der österreichischen Zeitzeug:innen an nächste Generationen.
Agnes Strasser, geboren 1999 in St. Pölten studierte Germanistik. Ihr Fokus lag auf Dialekt und der gesellschaftlichen Bewertung von Sprache. Seit 2023 ist sie bei den Filmchronisten tätig, einem Filmteam, welches das Leben am Land festhält. Zudem ist sie im Bereich Fotografie und Social-Media tätig (u. a. dem österreichischen Eiskunstlaufverband).
Alina Maria Strasser, geboren 2001 in Lilienfeld, ist Kamerafrau, Regisseurin und Cutterin. Seit 2020 widmet sie sich der dokumentarischen Ästhetik – ihre Werke wurden u. a. in der Landesgalerie und beim Viertelfestival gezeigt. 2019 erhielt sie den Preis „Technikerin der Zukunft“ der TU Wien und 2021 den Kulturpreis NÖ für das Projekt „Filmchronisten“.
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9:30 – 10:30 Uhr | Panel „Gewalt und Verfolgung“
Christina Kandler ist Mitarbeiterin im ZHZ Melk – Verein MERKwürdig und befasst sich mit der Forschung zur NS-Zeit im regionalgeschichtlichen Kontext. Im Fokus sind hierbei z. B. Recherchen zu den ehemaligen Häftlingen des KZ Melk, dem Projekt „Steinen der Erinnerung“ in Persenbeug-Gottsdorf sowie der Geschichte der NS-„Euthanasie“ im Bezirk Melk.
Ruth Igelberg, geboren 1935, wächst in Wien als Tochter einer deutschen Christin und eines polnischen Juden auf. Sie galt laut NS-Definition als „Mischling“ und ihre Familie als staatenlos. Pläne zur Flucht scheitern und ihr Vater und Großvater werden im Konzentrationslager ums Leben gebracht. Auch ihre Großmutter überlebt die NS-Zeit nicht.
11:00 – 12:00 Uhr | Panel „Besatzungskinder“
Sophie Hubbe, geboren 1990 in Magdeburg, ist Historikerin mit Schwerpunkt Erinnerungsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen in der Oral History, der Erforschung von Besatzungskindern sowie der transgenerationalen Weitergabe von Erinnerungen. Sie lebt und arbeitet derzeit in München.
Eleonore Dupuis, geboren 1946, kam als Tochter eines Rotarmisten und einer Österreicherin auf die Welt. Erst 1955 erfuhr die St. Pöltnerin im Zuge des Staatsvertrages von ihrer Herkunft. Seit vielen Jahren ist sie auf der Suche nach ihren Wurzeln väterlicherseits, wobei sie auch andere Besatzungskinder bei ihren Recherchen unterstützt.
15:00 – 16:30 Uhr | Podiumsgespräch „Krieg ausstellen – Erfahrungen aus der Praxis“
Slađana Adamović ist Co-Projektleiterin des Museum of Survivors, einem digitalen Museum, das die Kriegs-, Flucht- und Unterdrückungserfahrungen von Kindern und Jugendlichen ins Zentrum stellt. Im Rahmen ihrer Promotion in Soziologie forscht sie an der Uni Wien zur Aushandlung von persönlichen und weitergegebenen Kriegs- und Fluchterinnerungen.
Georg Hoffmann studierte an der Uni Graz und der Andássy Universität Budapest. Er war u. a. Mitarbeiter der University of New Orleans sowie für das Haus der Geschichte Österreich und das Österreichische Staatsarchiv tätig. Seit 2023 ist er Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, welches er während einer Phase der Neuausrichtung leitet.
Andreas Kuchler, geboren 1976 in Villach. Er studierte Umweltsystemwissenschaften an der KFU Graz und promovierte in Zeitgeschichte an der Uni Wien. Neben der Tätigkeit als Journalist und Schriftsteller leitet er seit 2022 die Villacher Museumsstandorte. Die von ihm kuratierte Ausstellung „Wie Kriege enden / How wars end“ wurde für 2026 verlängert.
Martina Zerovnik ist freie Kulturwissenschaftlerin, Kuratorin und Museumsplanerin mit Sitz in Wien und Kärnten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Aspekten der Erinnerungskultur, Identität und Repräsentation. Ihre jüngsten Ausstellungsarbeiten sind „80er.“ (Schallaburg), „Hitlers Exekutive“ (Wanderausstellung) sowie „Jüdisches Leben in Graz“ (Graz Museum).
Infos zur Anreise: