Eine Stadt hat hingehört

Von 24. bis 26. April wurde St. Pölten zum Resonanzraum für Natur, Mensch und neue politische Ideen.

Stimmen der Wildnis hat seine erfolgreiche Premiere gefeiert und gezeigt, wie kraftvoll das Zuhören sein kann, wenn Wissenschaft, Kunst und gesellschaftliches Engagement zusammenkommen.

An drei Orten – Sonnenpark, Glanzstoff und Museum Niederösterreich – öffnete das Festival Erfahrungsräume, die Natur nicht nur erklärten, sondern sinnlich, emotional und politisch erfahrbar machten.

Auftakt: The singing of the forests

Den Eröffnungsabend am Freitag gestaltete der italienische Ökoakustiker David Monacchi mit seiner Keynote „The Singing of the Forests“.
Er machte hörbar, was oft verborgen bleibt: die komplexen Klanglandschaften artenreicher Wälder als über Millionen Jahre gewachsene Kompositionen von außergewöhnlicher Schönheit.

    Perspektiven auf Natur, Mensch und Zukunft

    Am Samstag verlagerte sich das Festivalgeschehen in den Sonnenpark, wo Workshops und Gespräche neue Zugänge zur Beziehung zwischen Mensch und Natur eröffneten.

    Die Kulturanthropologin Bettina Ludwig gab berührende Einblicke in ihre Arbeit mit den Ju/’hoansi in der Kalahari – und in eine Lebensweise, in der Verbundenheit mit der Natur gelebter Alltag ist. Die britische Ornithologin und Aktivistin Mya‑Rose Craig (Birdgirl) sprach über Biodiversität, soziale Gerechtigkeit und den Zugang zur Natur – und ermutigte insbesondere junge Menschen, sich einzumischen und mitzugestalten.

    Im Anschluss bot die Glanzstoff Raum für vertiefende Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis.

    Richard Zink, Zoologe und Wildtierökologe, lenkte den Blick auf die akustische Dimension von Natur im urbanen Raum – und darauf, wie viel Wildnis selbst in der Stadt hörbar ist, wenn man lernt zuzuhören.
    Die Verhaltensbiologin Angela Stöger erzählte Birgit Dalheimer bei der Ö1-„Im Gespräch“-Aufzeichnung eindrucksvoll, wie differenziert Tiere kommunizieren – und welche ethischen und praktischen Konsequenzen sich daraus für ihren Schutz ergeben.

    Am Abend öffnete sich die Glanzstoff für ein besonderes Konzerterlebnis: Mogli, Künstlerin, Musikerin und Filmschaffende, verband Musik, Atmosphäre und Emotionalität zu einem intensiven Abschluss des Festivaltages – ein leiser, zugleich kraftvoller Dialog zwischen Klang, Raum und Publikum.

      Abschluss: Das Parlament der Wildnis

      Seinen Höhepunkt fand Stimmen der Wildnis am Sonntag mit der Gründung des Parlaments der Wildnis unter dem Vorsitz von Irmgard Griss.

      Junge Menschen in gewählten Funktionen übernahmen die Rolle der Entscheidungsträger:innen, hörten eingebrachten Anliegen zu, stellten Rückfragen und trafen Entscheidungen. Fachlich begleitet wurden sie von Expert:innen aus Wissenschaft, Kunst und Rechtswissenschaft, darunter Prof. Thomas Valentin, Elisabeth von Samsonov und Christoph Thun-Hohenstein.

      Mit einem eindringlichen Appell an alle Generationen schloss Irmgard Griss ein Parlament, das bewusst zwischen künstlerischer Vision und politischer Realität angesiedelt ist – und ein Festival, das nachwirkt.

      Stimmen der Wildnis hat gezeigt: Zuhören kann verändern. Und Veränderung beginnt dort, wo wir der Natur eine Stimme geben.

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