Stanze Museum

Erzählte Geschichte

Seit 10. September 2017 vermittelt das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich neue Einblicke in die Geschichte Niederösterreichs im zentraleuropäischen Kontext. Bereits jetzt präsentiert die Institution, die sich als Ort der Diskussion und Begegnung versteht, Schätze der Zeitgeschichte. Unter dem Titel „Erzählte Geschichte“ kommen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu
Wort. Sie berichten von ihren Erlebnissen, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen. 

Am Dienstag, den 10. April 2018 um 18.00 findet sich Erika Rosenberg im Gespräch mit Reinhard Linke im Museum Niederösterreich ein. Im Rahmen einer Europa-Reise besucht die argentinische Journalistin, Autorin, Dolmetscherin, Übersetzerin und Universitätsdozentin Erika Rosenberg das Zeitzeugenforum „Erzählte Geschichte“ im Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich. 1990 lernte sie in Buenos Aires Emilie Schindler kennen und wurde zu ihrer Vertrauten. Die Autorin der Biographien „Ich, Emilie Schindler“ und „Ich, Oskar Schindler“ erzählt im Gespräch mit Reinhard Linke über Emilie Schindler, die Heldin im Schatten ihres Mannes Oskar Schindler und beschreibt Flucht und Nachkriegszeit der Familie Schindler, die mit ihrer Fabrik in Krakau 1.300 Jüdinnen und Juden vor der Ermordung durch das nationalsozialistische Regime retteten.

Rückblick Zeitzeugengespräche

7. März 2018 - Marko Feingold

Er hat vier Konzentrationslager überlebt und ist bis heute mit seinen 104 Jahren amtierenden Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde von Salzburg. Wenn Marko Feingold im Rahmen des Zeitzeugen-Forums „Erzählte Geschichte“ im Gespräch mit Reinhard Linke im Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich über zweieinhalb Stunden erzählt, Fragen beantwortet und danach noch geduldig Bücher signiert, dann ist das mediale Interesse groß und das Foyer mit rund 200 Besucherinnen und Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt. Besonders erfreulich waren die vielen jungen Gäste im Publikum, dieoffensichtlich wissen wollten, was ein Mensch, der noch unter Kaiser Franz Joseph geboren wurde, zu sagen hat. 

Unermüdlich tritt Marko Feingold in Schulen auf. „Ich empfehle ja der Jugend, am Dachboden nachzuschauen, da werden sie einiges finden.“ Die Tatsache, dass er überlebt hat, sieht er als Verpflichtung. „Ich bin bereit, alles zu bezeugen und Blödsinn zu bestreiten. Hier in der Tasche sind alle meine Belege drinnen, falls Sie mir irgendwas nicht glauben: Mein Meldezettel, meine Brotmarken. Als 104jähriger ist man nicht jeden Tag dazu aufgelegt, einen Vortrag zu halten. Aber es ist mein Schicksal.“ Zum aktuellen polnischen Gesetz, dass das Reden über die Mittäterschaft Polens am Holocaust verbietet, meint Feingold: „Im Jüdischen gibt es dafür nur ein Wort: Das ist eine Chuzpe!“ Und Feingold weiter: „Fragen Sie einmal einen Antisemiten, warum er Antisemit ist. Er wird nicht antworten. Weil er es nicht weiß.“

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11. Jänner 2018 - Peter Matić

Am Donnerstag, den 11. Jänner 2018 um 18.00 findet sich der beliebte Kammerschauspieler Peter Matić im Gespräch mit Reinhard Linke ein. Er erzählt unter anderem über seine Mitwirkung im Film „3. November 1918“ oder über seine Autobiographie „Ich sag’s halt: Erinnerungen“. Im Anschluss an das Gespräch liest der Kammerschauspieler Texte von Franz Theodor Csokor.

Im Film „3. November 1918“ spielt Peter Matić neben vielen namhaften Kolleginnen und Kollegen wie Fritz Muliar oder Hanns Obonya den Leutnant Vanini. Die Literaturverfilmung nach einem Roman von Franz Theodor Csokor unter der Regie von Edwin Zbonek aus dem Jahr 1965 beschreibt die letzten Tage des Ersten Weltkriegs in einem Schutzhaus in den Kärntner Karawanken, das zum Lazarett umfunktioniert worden ist.

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13. Dezember 2017 - Wolfgang Glück

Am Mittwoch, den 13. Dezember 2017 um 18.00 hat das Gespräch von Regisseur Wolfgang Glück mit Reinhard Linke ein statt. Seine Erlebnisse zur Zeit des Nationalsozialismus hat der 1929 geborene spätere Theater- und Filmemacher unter anderem in dem Film „38 – Auch das war Wien“ verarbeitet. Bekannt wurde der heute 87-Jährige unter anderem durch seine Verfilmung „Der Schüler Gerber“ nach dem gleichnamigen Roman von Friedrich Torberg. Die Produktion von 80 abendfüllenden Spielfilmen, 400 Fernseharbeiten und 100 Theaterinszenierungen waren von der Begegnung mit faszinierenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts begleitet.

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22. Juni 2017 - Käthe Sasso

Schon vor der Eröffnung am Donnerstag, den 22. Juni 2017 um 18.00 war die Widerstandskämpferin Käthe Sasso zu Gast. Im Gespräch mit Reinhard Linke (ORF Niederösterreich) erklärt die Zeitzeugin, wie schnell eine Demokratie ins Wanken gerät. Im März 1926 geboren, schloss sie sich bereits als 15-jähriges Mädchen der Widerstandsgruppe Gustav Adolf Neustadl an und wurde 1942 von der Gestapo festgenommen. Nach einer Inhaftierung im Konzentrationslager Ravensbrück gelang ihr beim Todesmarsch im April 1945 die Flucht. Seitdem setzt sich die heute 91-Jährige unermüdlich für das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und für Frieden und Demokratie ein.

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