Wolf

© wwf

Interessantes aus dem Netz: 


Neues vom 2. März 2015: http://www.biorama.eu/keineangstvordemwolf/ 

Beitrag aus der Kronenzeitung, 5.2.2014:


Aktuelles vom WWF vom 15.01.2014: http://www.wwf.at/de/oesterreich-waelder-wolf/ 

DiePresse vom 22.8.2013: http://diepresse.com/home/science/1444299/Biologie_Wann-und-warum-die-Woelfe-heulen?from=suche.intern.portal

Der Film des Monats März 2013 im Landesmuseum beschäftigt sich mit dem Thema "Wolfsspuren" http://bit.ly/15DIjrM

Ein Artikel aus der Presse zum Wolf vom 23.1.2013:
http://diepresse.com/home/science/1336174/Warum-Hunde-Kuchen-moegen?_vl_backlink=/home/science/index.do
Wolfsnachwuchs in der Schweiz (an der Grenze zu Österreich), orf.at vom 7.9.2012: http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2549013/ 
Mit Bild gibt es den Artikel von der Thurgauer Zeitung online: http://www.thurgauerzeitung.ch/aktuell/panorama/panorama/Wolfsnachwuchs-in-Graubuenden-gesichtet;art253654,3113511

Eine Seite aus Frankreich, die sich dem Wolf widmet: https://www.facebook.com/tina.wessig#!/pages/Pour-lAmour-du-Loup/154146418028992

Aktuelles aus der Presse zum Wolf: derstandard.at


Das Buch: Wolf, Hund, Mensch
von Kurt Kotrschal erscheint im
September 2012 im
Christian Brandstätter Verlag


derstandard.at vom 12.6.2012



Beitrag des WWF: http://www.wwf.at/de/wolf/

Aktuelle Broschüre zu den Beutegreifern von WWF und Österreichische Bundesforste (Stand: April 2012) http://www.wwf.at/beutegreifer


Ö1 Sendung "Salzburger Nachtstudio" zum Thema "Wölfe in Europa - Die Rückkehr eines Mythos" von Elke Kellner vom Mittwoch, 09. Mai 2012 um 21.00 Uhr in oe1.ORF.at. (bis 21. August 2012 abrufbar).

Auf Facebook gibt es auch eine Wolfgemeinschaft: http://www.facebook.com/LandesmuseumNOE#!/WillkommenWolf

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Wolf „Slavko“ streift durch Österreich

Aus Slowenien über Kärnten und die Steiermark nach Salzburg zurück nach Kärnten …
Seit Wochen befindet sich der drei Jahre alte Wolf Slavko auf Streifzug durch unsere Wälder. Dabei legt der fleißige Wanderer jede Nacht durchschnittlich etwa zehn Kilometer zurück – abhängig vom Gebiet und der Schneelage und wohl auch von seinem Gemütszustand.
Slavko stammt aus dem Südosten Sloweniens, und wurde als einer von drei Wölfen, im Rahmen eines EU-Life Projekts mit Peilsendern ausgestattet. „Eine Maßnahme, die großen Sinn macht“, ist Christian Pichler vom WWF überzeugt. „Die Wanderrouten der Wölfe grenzübergreifend zu dokumentieren hilft uns Naturschützern, mehr über die Lebensweise und das Verhalten der Wölfe zu erfahren. Gerade Österreich spielt als Brückenkopf für die Verknüpfung der europäischen Wolfspopulationen, ein Schlüsselrolle. „Hier treffen Wölfe aus dem Westalpen, aus den Karpaten und aus dem slowenisch-kroatischen Raum zusammen. Deshalb ist es wichtig, dass wir unser Wissen international austauschen.“
Wolfverbreitung © WWF
Dass der Wolf  in Österreich nicht nur als seltener Besucher vorbeischaut, sondern sich in Zukunft wahrscheinlich dauerhaft niederlassen wird, zeigen die Zahlen der letzten Jahre: 2009 und 2010 wurden 6-7 Wölfe genetisch nachgewiesen, 2011 waren es 3-4, auch heuer werden wieder Wölfe aus den umliegenden Nachbarstaaten zu uns stoßen . Die natürliche Rückkehr des Wolfes nach Österreich ist ein großer Erfolg für den Naturschutz! 
Hier gibt es eine Verbreitungskarte: http://www.wwf.at/de/wolf_verbreitung
Der WWF ist seit vielen Jahren im Wolfschutz aktiv und sieht den Großen Beutegreifer als integralen Bestandteil unserer Natur - und als wertvolle Bereicherung für das Ökosystem. Wo Wölfe sich wohlfühlen, steigt bekanntlich auch die „Fitness“ des Wildes. Außerdem profitieren viele Aasfresser wie Geier oder Kolkraben von den von Wölfen gerissenen Kadavern. .Dennoch ist es Meister Isegrim, wie es Norbert Ruckenbauer im Blog vom 3. Jänner treffend beschreibt, immer noch nicht gelungen, den Ruf des „Rotkäppchenmörders“ loszuwerden.
Eine Imagekorrektur ist also unumgänglich, will man dem Wolf dasselbe Schicksal ersparen, das Österreichs Braunbären ereilt hat. Bekanntlich ist die heimische Population mit dem Verschwinden des letzten in Österreich geborenen Bären „Moritz“ 2010 wieder erloschen. Obwohl normalerweise weder Bär noch Wolf für den Menschen eine Gefahr darstellen, scheint oft der erste Reflex bei jedem Schadensfall, der Ruf nach der Flinte zu sein.
Natürlich sind Wölfe, genauso wie Bären und Luchse Tierarten, die starke Emotionen wecken und daher polarisieren. Und natürlich darf man Nutztierhalter mit ihren Problemen nicht alleine lassen, sondern muss sie bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen unterstützen bzw. wirtschaftliche Schäden rasch und unbürokratisch abgelten, bis der Herdenschutz in Österreich etabliert ist.

Auf keinen Fall sollten Konflikte, die durch Schäden an Nutztieren oder im jagdlichen Bereich ausgelöst werden, so enden wie im Falle der Österreichischen Braunbären, die nachgewiesenermaßen nicht alle auf natürlichem Wege verstorben sind. 

Aus angrenzenden Regionen wissen wir, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Wölfen gegenüber generell positiv eingestellt ist. Dies belegen Studien aus Deutschland und aus der Schweiz. „Wenn es uns gelingt, das Konfliktpotenzial zu minimieren und endlich geeignete Maßnahmen wie den Herdenschutz durchzusetzen, wären wir in der Akzeptanz schon einen entscheidenden Schritt weiter“, wünscht sich Pichler mehr Engagement der Behörden. In einem doch vergleichsweise wohlhabenden EU-Staat wie Österreich, sollten entsprechende finanzielle Mittel für Herdenschutzmaßnahmen, Schadensabgeltung und Aufklärungsarbeit durchaus zur Verfügung stehen.

Den Wolf zu tolerieren ist jedenfalls Grundvoraussetzung für ein dauerhaftes Überleben dieser Tierart in Österreich. Zwar genießt der Wolf durch bestehende nationale und internationale Bestimmungen einen hohen Schutzstatus – Gesetze allein reichen jedoch nicht aus, um ihm das langfristige Überleben in Österreich zu sichern.
Umso wichtiger ist es dem WWF, dass ein solides und effizientes Wolfsmanagement günstige Rahmenbedingungen schafft, damit sich in den Alpen wieder eine vitale und langfristig überlebensfähige Wolfspopulation etablieren kann, die auch mit den benachbarten Vorkommen in genetischem Austausch steht.
Schon mittelfristig soll der Wolf im Alpenraum einen guten Erhaltungszustand gemäß den Kriterien der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU erreichen. Die FFH-Richtlinie sieht vor, dass alle geeigneten Lebensräume besiedelt werden können und die Vorkommen so zahlreich sind, dass die gefährdeten Arten dort eine dauerhafte Überlebenschance haben.

Ein erster wichtiger Schritt zur Erreichung dieses Ziels ist eine sachliche und unvoreingenommene Information über das faszinierende Wildtier Wolf und seine Lebensweise. Auf dass er auch weiterhin durch unsere Wälder streifen kann.

Wien, am 27. Januar 2012
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Beitrag von Kurt Kotrschal

Prof. Kotrschal, Foto: D. Zupanc
Wolfsichtungen, wie die momentane in Niederösterreich oder in Salzburg sind eine aufregende Sache und es ist gar nicht so einfach, diese von Hundesichtungen zu unterscheiden.
Tatsächlich geht v.a. das Forschungsinstitut für Wildtierkunde den Sichtungen nach; so halten sich in Österreich meist 1-9 Einzelwölfe auf, die meisten davon Männchen, aber auch immer wieder Weibchen. Biologen nennen sie "Disperser", also Tiere die weit in die Welt ziehen und wohl ein eigenes Rudel begründen, wenn sie auf einen geeigneten Partner treffen.
Foto: D. Zupanc
Nach Österreich wandern Wölfe gleich aus 3 Hauptrichtungen/Populationen
zu: große Wölfe aus dem Osten, über Kärnten die Balkanwölfe und über den äussersten Westen die kleinen Wölfe italienischen Ursprungs. Warum es in Österreich noch nicht zur Rudelbildung kam und warum die Wölfe immer wieder verschwinden, ist nicht bekannt. Jedenfalls wäre Österreich ein sehr geeigneter Lebensraum für viele Wolfsrudel, vorausgesetzt, dass schon im Vorfeld professionelles Konfliktmanagement betrieben wird und dass die Jägerschaft den Wolf als das akzeptiert, was er gesetzlich ist: als zwar prinzipiell jagdbar, aber ganzjährig geschützt.
Wolfscience Ernstbrunn, Foto: D. Zupanc
Am Wolfsforschungszentrum in Ernstbrunn/Weinviertel beschäftigen wir uns nicht direkt mit der Frage der Wiedereinwanderung der Wölfe nach Österreich, sondern betreiben Grundlagenforschung zu den geistigen und kooperativen Fähigkeiten von Wölfen und Hunden. Und wir klären unsere Besucher über den Wolf möglicht sachlich auf, der weder eine reissende Bestie, noch ein harmloses Kuscheltier ist. Wir sollten dem ernstzunehmenden Beutegreifer in Mitteleuropa Lebensrecht zugestehen, wenn wir gleichzeitig von den Afrikanern verlangen, ihre Elefanten und Löwen zu schützen.
Text: Kurt Kotrschal, Prof. Univ. Vienna and Director Konrad Lorenz www.wolfscience.at
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Beitrag von Norbert Ruckenbauer:
Ein Italiener wird zum Niederösterreicher
Wolfsichtung am Schneeberg
Bereits ab dem Frühjahr 2010 häuften sich im Rax - Schneeberggebiet die Hinweise. 
Fotofalle Wolf / Beitrag Kurier
Genetische Untersuchungen brachten schließlich Gewissheit: ein männlicher Wolf durchstreift Niederösterreichs Wälder. Und noch mehr erzählen die DNA-Proben. Er stammt aus den italienischen Alpen.
Jetzt ist in Puchberg am Schneeberg ein erstes Beweisfoto gelungen. Bei einer Wildfutterstelle versuchte der scheue Beutegreifer sein Jagdglück und wurde von einer Wildtierkamera fotografiert. (sh. Beitrag im Kurier vom 11.01.2012)
Ausdauernder Wanderer
Offenbar ist dieser Wolf kein „Tourist“ mehr, sondern gekommen, um zu bleiben.
Das erstaunt mehrfach. Aus Italien? Zu Fuß? Nach Niederösterreich?
Wölfe sind sehr ausdauernde Wanderer, die stundenlang eine Geschwindigkeit von 10 kmh durchhalten können. Da kommt in einer Nacht schon eine schöne Strecke zusammen. Bei einem jungen Wolfsrüden, den man 2004 in Italien mit einem Sender ausgestattet hatte, lag in der Beobachtungszeit die tägliche Wanderstrecke zwischen 20 und 40 km!
Vor allem junge Wölfe begeben sich auf Wanderschaft. Sie werden ab dem zweiten Lebensjahr im elterlichen Revier nicht mehr geduldet und müssen sich nach etwas Eigenem umschauen. Und auf der Suche nach einem hübschen Revier mit attraktivem Partner schaut man eben auch nach Niederösterreich…

Treffpunkt Niederösterreich
Erfreulicherweise geht es den Wolfspopulationen in den Nachbarländern langsam wieder besser. Überzählige Tiere nicht nur aus Italien, sondern auch dem Balkan und den Karpaten erreichen immer wieder Österreich. Niederösterreich hat hier eine zentrale Bedeutung als „Brücke“ zwischen dem Alpen- und dem Karpatenbogen, als Region im Herzen Europas.
Und wenn Wölfe bleiben, stellt das Niederösterreich ein gutes Zeugnis aus. Oder wie es der Wolfsexperte Heinrich Dungler ausdrückt: “Wölfe sind ein absolutes Kompliment an die Landschaft!
Seit Jahrtausenden in Niederösterreich
Eine Besiedlung Niederösterreichs durch den Wolf ist aber eigentlich nichts Neues. Er ist hier seit Jahrtausenden zu Hause, über die gesamte Eiszeit lässt sich der Wolf in Mitteleuropa nachweisen. Als vor etwa 40.000 Jahren die ersten modernen Menschen nach Niederösterreich kamen, muss ihnen der Wolf ein vertrauter Anblick gewesen sein. Spätestens in dieser Phase der Menschheitsgeschichte entstand auch die „Hassliebe“ zwischen Mensch und Wolf, die bis ins heute andauert.

Vom Wildtier zum Haustier
Grabung 1919, Bild: Museum für
Urgeschichte / Asparn/Zaya
Sicher war der Wolf von Anfang an ein Nahrungskonkurrent des Menschen. Aber auch ein Tier, das als Jagdhilfe, Wächter und wohl auch als Nahrungsreserve Vorteile versprach. In der Eiszeit beginnt mit der „Partnerschaft“ zwischen Wolf und Mensch die Entwicklung des Hundes als erstes Haustier. Sämtliche Rassen vom Dackel bis zur Dogge stammen vom Wolf ab!
Spannend ist in diesem Zusammenhang Wolfsknochenfunde in
einer rund 20.000 Jahre alte Fundstätte in Langmannersdorf im Bezirk St. Pölten. 
Bei Grabungen 1919 wurden zwei vollständige Skelette, ein Schädel und eine Unterkieferhälfte gefunden. Die Art der Anordnung dieser Wolfsknochen legt eine regelrechte „Wolfsbestattung“ nahe.


Kulturhistorischer Niederschlag
In nachchristlicher Zeit war der Wolf in Niederösterreich natürlich genauso präsent.
Das fand auch kulturhistorischen Niederschlag: auf den römischen Münzen aus Carnuntum mit der Wölfin als Ernährerin von Romulus und Remus genauso wie am Wappen des Bistums Passau, das in der Geschichte Niederösterreichs eine bedeutende Rolle gespielt hat.
Noch heute findet sich der Wolf in den Wappen von Amstetten, Mautern oder St. Pölten. Und anhand niederösterreichischer Ortsnamen wie Wolfpassing, Wolfsgraben, Wolfsbach und Wolfsthal kann man erahnen, dass diese Tierart früher nicht selten war.

Gnadenlose Verfolgung
J.E.Ridinger, „Der Einsprung eines
Wolffs Garten“, 1729; (c) Kupfer-
stich aus der "Fürsten Jagdlust"
Landesmuseum Niederösterreich
In einer landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft, deren Leben und Überleben auch vom Viehbestand abhing, war ein „Räuber“, der sich am Viehbestand vergreift, ein klares Feindbild.
Über Jahrhunderte wurde dem Wolf mit Wolfgruben, Schlagfallen und Gewehren nachgestellt.
Den Anfang vom Ende setzte wohl ein Hofdekret Kaiser Josephs II., der 1788 die ausdrückliche Ausrottung von Bär und Wolf anordnete. „Raubzeug“ wie Bär, Wolf und Fuchs durften damit von jedermann geschossen oder erlegt werden.
Einer der letzten Wölfe Niederösterreichs wurde schließlich 1869 auf der Hohen Wand erlegt. Er wurde präpariert und ist heute im Landesmuseum Niederösterreich zu sehen.
Hat Meister Isegrim Zukunft in Niederösterreich?
Der Wolf hat bis heute einen schlechten Ruf. Horrorerzählungen, aber auch „harmlose“ Märchen wie „Rotkäppchen“ oder „Der Wolf und die sieben Geißlein“ hinterlassen ihre Spuren. Vieles dieser Erzählungen stimmt einfach nicht. 
Wolf im Landesmuseum, einer der
letzten Wölfe Niederösterreichs,
1869 erlegt an der Hohen Wand
Wölfe sind sehr intelligente, hochsoziale Tiere, die dem Menschen aus dem Weg gehen, wo sie nur können. Dank ihres ausgezeichneten Geruchsinns, können sie Menschen bis zu einer Entfernung von 2 km wittern. Die allerwenigsten von uns werden in freier Wildbahn je einen Wolf zu Gesicht bekommen.
Der NÖ Landesjagdverband hat bereits 2010 zum Wolf Position bezogen: „Die Zuwanderung von Wölfen in Niederösterreich wird als Faktum angesehen. Der Wolf ist eine nicht-jagbare Wildart, die ganzjährigen Schutz in Form einer ganzjährigen Schonzeit genießt.“ Für Schäden, die durch den Wolf verursacht werden, wurde eine Versicherung abgeschlossen. Es ist zu Hoffen, dass die niederösterreichische Jägerschaft nicht nur die Position ihres Verbandes, sondern auch europäische und österreichische Schutzbestimmungen klar akzeptiert. Es wäre schade, wenn auf niederösterreichischem Boden Wölfen nur im Wolfsforschungszentrum in Ernstbrunn ein gesichertes Überleben möglich wäre.
Text: Mag. Norbert Ruckenbauer

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