© Landessammlungen Niederösterreich, Foto(s): Rocco Leuzzi

Osterschmuck

Ostereier stehen für die Auferstehung und sind dabei auch ein nahrhaftes und nützliches Geschenk; nach der Fastenzeit, während der sie nicht verbraucht wurden, waren Eier in großer Zahl vorhanden. Das Färben der Eier ist ab dem 13. Jahrhundert belegt. Ab dem 17. Jahrhundert liegen Berichte über vielfältige Verzierungstechniken vor. Neben der Gabe für Familie und Freunde dienten sie auch als eine Naturalabgabe an den Pfarrer. Darüber hinaus waren Eier auch an die Grundherrschaft abzuliefern.

Eine besondere Stellung haben die Gründonnerstags- oder Karfreitagseier: Sie sollen die Gesundheit erhalten, am Dachboden vor Blitzschlag oder eingegraben in Ufernähe von Flüssen vor Überschwemmung schützen.

Neben den zum Verzehr und zum kompetitiven Eierpecken vorgesehenen hartgekochten Eiern gibt es die ausgeblasenen Eier, die als Dekoration an Bäumen oder Palmkätzchensträußen aufgehängt werden. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich diese relativ neue Form österlicher Dekoration. Besonders deutschsprachige Frauenzeitschriften waren mit Bastelanregungen ab den 1960er Jahren an der Diffusion dieses Brauchs beteiligt.

Gerade für diese Eier, deren Lebensdauer nicht durch das dem Verzehr zwingend vorausgehende Zerstören der Schale begrenzt ist, lohnt sich ein besonders hoher Aufwand an Handwerk, um einzigartige kleine Kunstwerke zu schaffen.

 Diese Auswahl an Ostereiern stammt aus den späten 1990er und frühen 2000er Jahren; sie illustrieren die Vielfalt des Bastelwesens, das in der Vorosterzeit nicht minder aktiv ist als in der Zeit vor Weihnachten. Tradierte und neue Techniken werden ständig weiterentwickelt; neben dem Bastelzubehör als florierendem Wirtschaftszweig hat sich auch die Bastelliteratur als breit gefächertes Genre etabliert und bietet laufend neue – manchmal auch nur etwas erneuerte – Ideen für Osterdekorationen.

Um die eigenen kleinen Kunstwerke aus Hühner-, Enten- und Gänseeiern auch verkaufen zu können werden Ostereierbörsen besucht.

 Nicht alle Eier sind natürlichen Ursprungs. Es finden auch Kunststoff-, Holz- und Glaseier Verwendung. Besonders bei vollständig mit textilem Material  bedeckten oder mit Wachs überzogenen (bossierten) Eiern ist es dann bei der wissenschaftlichen Bearbeitung schwierig festzustellen, welches Grundmaterial verwendet wurde. Eine besonders aufwendige Arbeit ist das "Kurbelei": im Inneren des marmorierten Kunststoffeis wird eine Achse eingesetzt, um die ein Spruchband gewickelt ist.

Die unterschiedlichen Eierschalen, die für die Verarbeitung in Frage kommen, illustriert anschaulich das mehrteilige aufgeschnittene Ei mit Zierborten: Ineinander geklebt findet sich je ein Ei von Wachtel, Ente, Huhn und Gans.

Selbstverständlich gibt es auch für Osterbäume einen Weltrekord: Der am meisten mit Eiern behängte Baum wurde 2007 im Zoo von Rostock geschmückt und kann mit 76.596 Eiern nur schwer überboten werden!

Literaturempfehlung: Wolf, Helga Maria: Österreichische Feste & Bräuche im Jahreskreis. NP-Buchverlag 2003.
Text: Rocco Leuzzi

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