Interview Ausstellungsarchitekt

© NÖ Museum Betriebs GmbH, Foto: Gerald Lechner

Als kleinen Vorgeschmack auf unsere nächste Sonderausstellung im Bereich Natur mit dem Titel „Pilze – Mehr als nur Schwammerl“ haben wir uns mit unseren Ausstellungsarchitekten Hanno und Victoria zusammengesetzt und einmal hinterfragt, wie eine Ausstellung überhaupt zustande kommt.

Wie geht ihr an eine Ausstellung heran?

Grundsätzlich erstellt man zu Beginn ein Konzept, überlegt sich die Inhalte und arbeitet diese dann gemeinsam mit den Kuratoren aus.
Im konkreten Fall der „Pilze“-Ausstellung haben wir die Vorlage vom Biologiezentrum in Linz
(http://www.landesmuseum.at/biologiezentrum/ueber/ausstellungen/event-detail/pilze-1/ )
übernommen und an die großzügigen Räumlichkeiten des Landesmuseums angepasst.
Die Inhalte verändern sich dabei kaum, teilweise ergeben sich allerdings andere Gewichtungen.

Hanno und Victoria mit dem Modell zur Ausstellung "Kraut & Rüben"


Was ist für euch grundlegend  bei der Planung einer Ausstellung?
An oberster Stelle steht für uns die Wissensvermittlung. Daher gehen wir optisch oft lieber einen Schritt zurück und stellen die Informationen und das Wissen klar in den Vordergrund.
Beispielsweise wird es in der „Pilze“-Ausstellung viele kleinere Modelle geben. Optisch würde es sich anbieten, die Größe der Beschilderung dem Objekt anzupassen. Hier wählen wir dann aber lieber ein etwas größeres Schild, das in Proportion zum Exponat vielleicht übertrieben wirkt, dafür aber eine gute Lesbarkeit gewährleistet und somit die Informationen leicht zugänglich macht.


Wie lange dauert der gesamte Ablauf vom ersten Gedanken bis zur Eröffnung einer Ausstellung?
Das ist immer unterschiedlich und kommt auch darauf an, ob man mit einem fertigen Konzept bzw. mit  Vorgaben arbeitet oder ob man bei Null beginnt.
Bei den Pilzen kann man von 10 Monaten ausgehen – von der ersten Besichtigung bis zur Eröffnung am 12. April 2014.
Im Vergleich dazu hatten wir bei der Ausstellung „Kraut & Rüben“ keinerlei Vorgaben, somit hat der gesamte Ablauf ca. 1 Jahr gedauert.
(http://www.landesmuseum.net/de/ausstellungen/rueckblick/2011/kraut-rueben-1)
Wenn wir es uns aussuchen könnten, würden wir immer von Null weg arbeiten, da man so mit mehr Freiheiten und ohne Einschränkungen an das Projekt herangehen kann.


Werden Exponate/Modelle/Vitrinen/etc. aus vergangenen Ausstellungen aufgehoben und gegebenenfalls wiederverwendet oder entsteht alles für jedes Thema neu?

Wir versuchen selbstverständlich Vieles wieder zu verwenden. Vor allem bei der „Grundausstattung“, wie z.B. Vitrinen haben wir mittlerweile eine umfangreiche Liste angelegt und müssen nur selten für neue Ausstellungen etwas zukaufen. Das wirkt sich dann natürlich auch positiv auf das verbleibende Budget aus.


Besucht ihr regelmäßig andere Ausstellungen, um euch Anregungen oder Ideen zu holen?

Ja, das machen wir natürlich sehr gerne! Es ist immer interessant zu sehen, was möglich ist und wie andere Ausstellungsarchitekten arbeiten und Schwerpunkte setzen.
Oft sieht man dabei auch, dass vieles eine Kostenfrage ist und stark von den räumlichen Gegebenheiten abhängt.

Entwurf zur Ausstellung "Schmetterlinge"

 

 
Eingangsbereich "Schmetterlinge" in der Umsetzung


Text: Bianca Gramm
Bilder:
© Hanno Baschnegger und Victoria Golub

Infos zur Ausstellung "Pilze - Mehr als nur Schwammerl" gibt's unter:
http://www.landesmuseum.net/de/ausstellungen/vorschau/pilze-1/pilze

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