Geschichte des Adventkalenders

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Im Jahr 1980 erschien anlässlich der Ausstellung "Adventkalender"der Volkskundlichen Sammlung des NÖ Landesmuseums die erste größere Publikation zu diesem Thema im deutschen Sprachraum.
Der von Werner Galler damals herausgegebene Katalog basierte großteils auf Exponaten einer Privatsammlung und war bald vergriffen. Gezeigt wurden etwa 250 Exponate. Da es jedoch immer wieder Anfragen dazu gab, wurde ab den 1990erJahren begonnen, eine eigenständige Sammlung von Adventkalendern anzulegen.


Zur Geschichte des Adventkalenders

Der Sinn des Adventkalenders war es, die Zeit des Advents bis zur Geburt Christi durch eine Art Zeitmessung für die Kinder zu überbrücken. Als eine bekannte Vorform wird der an christlichen Schulen geübte Brauch des Einlegens von Strohhalmen in eine leere Krippe angesehen.
Der gedruckte früheste Adventkalender geht etwa auf das Jahr 1903 zurück. Es war der damals etwa 24jährige Gerhard Lang, Inhaber der "Lithographischen Kunstanstalt" Reichhold und Lang in München, der den Kalender "Im Lande des Christkinds", "ein reizendes Spielzeug...eine rechte Vorweihnachtsfreude...die den Kindern das lange Warten verkürzt..." herausbrachte. Er war zweiteilig, und bestand einerseits aus einem Blatt mit 24 Gedichten und andererseits aus einem zweiten Blatt mit Ausschneidekästchen, die dann  auf die entsprechenden Stellen der Gedichte zu kleben war.
Die vielfältige Entwicklung wurde nach dem 2. Weltkrieg gestoppt, bevor 1946 der erste Adventkalender des Richard Sellmer Verlages "Die kleine Stadt" in mehreren Sprachen erscheinen konnte. Die Kalender wurden zumeist aufgehängt, auch Stellkalender waren beliebt.

Das älteste Sammlungsstück des Landesmuseum, erworben 2004, stellt der Aufklebekalender "Die Himmelfahrt des Zwerg Nase" (Ein Weihnachtsmärchen von Otto Mayr-Arnold),illustriert von der Wiener Künstlerin Elsa Schnell-Dittmann, beginnend mit dem 6. Dezember aus der Zeit um 1920 dar.
Eine Rarität ist der 1942 erschienene "Vorweihnachtskalender", vom Hauptkulturamt der NSDAP herausgegeben, zusammengestellt von Thea Haupt. Der Hauptgedanke ist die Überwindung der Dunkelheit durch das Licht, Back- und Bastelanleitungen ergänzen ausgewählte  Sinnsprüche, Gedichte und Geschichten.
Aus der Nachkriegszeit stammt ein Kalender der Haus- und Küchengerätefirma F H. Madera, Wien 18, der ein Krippenhaus mit dem Christbaum in den Mittelpunkt stellte.
Ebenfalls als Werbemittel fungierten die seit etwa den 1950erJahren aufgelegten Kalender der Strumpf- und Wäschewarenfirma Palmers, deren grüne Kutsche mit den zwei Ponys auf keinem der Kalender fehlen durfte.
Unter den von Verlagen produzierten Kalendern sei der Linzer Veritas-Verlag genannt, der einen hohen Aufhängkalender mit einem "Veritas-Adventweg", vermutlich aus den 1980erJahren produzierte.


Text: Dr. Franz Groiß, Volkskundliche Sammlung Land Niederösterreich

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