Frauenportrait #9

© NÖ Museum Betriebs GmbH

#9, Dr.in Rosa Kubin  (1907 – 2003)

© Stadtarchiv St. Pölten
Rosa Kubins Vater, der Inhaber eines Leder- und Sportgeschäfts in der Linzer Straße 17, hatte im Grunde den Plan, einmal einen Sohn zu haben, der im Gymnasium in St. Pölten maturieren und an der Universität Wien ein Doktorat erwerben sollte. Da er allerdings ausschließlich Töchter – und zwar vier – hatte, plante er diese Zukunft für seine älteste Tochter.
Nach langem Widerstand der Direktion und des Unterrichtsministeriums setzte Richard Lustig seinen Willen durch: Im Jahre 1925 maturierte Rosa als 1. Gymnasiastin St. Pöltens.
Davor hatte sie bereits Privatunterricht erhalten und als „illegale“ Gasthörerin am Unterricht teilgenommen, wobei sie immer erst das Betreten des Professors abwarten musste, um dann hinter ihm in die letzte Bank zu huschen.
Anschließend studierte sie in Wien Chemie, promovierte im Mai 1931und heiratete 1935 einen Arzt aus Herzogenburg.
1938 wurde die Familie enteignet und konnte ein Jahr später in die USA ausreisen. 
Ihr Mann musste eine Prüfung machen, um die Lizenz fürs Praktizieren zu bekommen. In dieser Zeit war Rosa für das Einkommen verantwortlich. Sie besuchte einige Kurse an der Uni und in einem angesehenen Labor. Schlussendlich machte Rosa Kubin an der Bostoner Universität Karriere - sie wurde Assistenzprofessorin für Chemie.
In ihren späten Lebensjahren nahm Rosa Kubin wieder Kontakt mit ihrer alten Heimatstadt und auch mit ihrem Gymnasium auf, denn die Bildung der Jugendlichen war ihr lebenslang ein Herzensanliegen.
Rosa Kubin starb 2003 im Alter von 96 Jahren in einem Altersheim in Massachusetts.
Text: Mag.a Martina Eigelsreiter

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