Die Katze

Abgesehen vom Hund, gibt es wohl kaum ein anderes Tier, zu dem der Mensch eine ähnliche Beziehung entwickelt hat wie zur Katze. Sie ist trotz ihres oft eigenwilligen Charakters das beliebteste Haustier. Nach jüngsten Schätzungen – genaue Zahlen gibt es nicht, da für Katzen keine Meldepflicht besteht – leben in Österreichs Haushalten rund 1,7 Millionen Samtpfoten. Weltweit beträgt die Zahl der Katzen in Obhut des Menschen mehr als 600 Millionen.

Wie die Katze zu dieser Popularität gelangte, obwohl sie dem Menschen weder Wolle noch Fleisch und Arbeitskraft liefert, ist nicht restlos geklärt. Mit ihren großen Augen, dem stupsnasigen Gesicht und der hohen Stirn entspricht sie jedenfalls dem „Kindchenschema“, das in vielen Menschen Pflegeinstinkte hervorruft.

Katzenkult in Ägypten

Als heiliges Tier der Göttin Bastet – ihr wurde Einfluss auf Fröhlichkeit und Fruchtbarkeit, Anmut und Schönheit, Liebe und Weiblichkeit zugeschrieben – erlebte die Katze vor rund 3.000 Jahren besondere religiöse Verehrung. In Bubastis, dem Zentrum des Bastet-Kultes, wurden massenhaft Katzen geopfert und einbalsamiert, was eine entsprechend intensive Zucht voraussetzt. Dort wurden sogar Katzenbronzen gefunden, die als Särge für Katzenmumien dienten.

Herkunft endgültig geklärt

War man früher der Meinung, dass die Hauskatze unabhängig voneinander an mehreren Orten domestiziert wurde und verschiedenen Unterarten der Wildkatze entstammt, gilt heute als gesichert, dass alle Hauskatzen von der Falbkatze abstammen. Die Domestikation fand vor rund 10.000 Jahren im Nahen Osten statt.

Als die Menschen sesshaft wurden, schlossen sich Katzen wahrscheinlich aus eigenen Stücken an, weil sie davon profitierten. Getreidevorräte boten der Hausmaus gute Lebensmöglichkeiten, die wiederum zur Beute für die Katze wurde. Im Zuge der Ausbreitung der Landwirtschaft kamen die Katzen mit und erreichten so andere Regionen.

Um die Zeitenwende kamen sie mit den Römern nach Mitteleuropa, wo sie ab der Mitte des 1. Jahrtausends n. Chr. zum festen Bestandteil der europäischen Haustierfauna wurden.Rudi der Kater

Die Katzenzucht

Die gezielte Katzenzucht ist vergleichsweise jung. Die meisten der heutigen Rassen – die Angaben reichen von 60 bis 110 – entstanden im 19. Jahrhundert in England. Sie unterscheiden sich in erster Linie in Fellfarbe, Zeichnung und Haarstruktur, während sie in Gestalt, Größe und Wesen längst nicht so verschieden sind wie beispielsweise Hunde. Diese wurden seit langer Zeit für bestimmte Zwecke gezüchtet, doch Katzen – ob gewöhnliche Hauskatze oder edles Rassetier – blieben über Jahrtausende hinweg ganz einfach nur Katzen.

Die Katze – das Trendtier

Die meisten europäischen Hauskatzen bekommen ihr Leben lang keine Maus zu Gesicht, ihr ursprünglicher Verwendungszweck ging schon lange verloren. Warum nimmt die Anzahl der Katzen und Katzenhalter aber ständig zu? Der Stellenwert der Katze ist ein ganz anderer geworden:

Vielfach ist sie Partner- oder Kindersatz und bietet den Haltern vor allem die Möglichkeit, Bedürfnisse nach Zärtlichkeit und Nähe auszuleben, wofür in  der heutigen Gesellschaft immer weniger Platz ist.

Kastrationspflicht für Freigänger!

Vielen Katzenbesitzern ist nicht bekannt, dass in Österreich seit dem Jahr 2005 Katzen, die Zugang ins Freie haben, verpflichtend kastriert werden müssen. „Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten, so sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur kontrollierten Zucht verwendet werden oder in bäuerlicher Haltung leben.“

(BGBl. II Nr. 486/2004 Anlage 1, 2.10 Mindestanforderung für die Haltung von Katzen)

Wird die Kastrationspflicht nicht eingehalten, muss der Katzenbesitzer mit einer Strafe bis zu EUR 3.900 rechnen!

 

TIPP:Schauen Sie sich alles zum Thema Katzen & andere Haustiere in unserer Ausstellung "MuH - Mensch und Haustier" an!

 

Text und Fotos: Dr. Erich Steiner

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