Bei den TierpflegerInnen

© NÖ Museum Betriebs GmbH, Foto: Claudia Hauer

Die Sommerzeit ist für die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landesmuseum Niederösterreich eine eher ruhige Zeit – nicht so für unsere Tierpflegerinnen Marlene und Lisa sowie unseren Tierpfleger-Lehrling Peter. Denn ab dem Frühling herrscht einerseits „Hochsaison“ für den Nachwuchs, andererseits muss neben den Innenanlagen auch der Museumsgarten mit seinen Tieren und Pflanzen gepflegt werden. Trotz der arbeitsintensiven Zeit hat sich Marlene bereit erklärt, mir etwas über die Arbeit als Tierpflegerin und unsere zahlreichen Tiere zu erzählen.

Peter, Marlene und Lisa (von links nach rechts)
mit Stofftieren aus dem Museums-Shop

 

Wann beginnt normalerweise morgens euer Dienst?


Grundsätzlich fangen wir täglich um 6:00 Uhr an, denn um 9:00 Uhr sperrt ja schon das Museum auf und da wollen wir mit unserer Arbeit im Naturbereich fertig sein. Danach versorgen wir die Tiere, die in unseren drei Kellerräumen untergebracht sind und im Anschluss werden dann die anstehenden Arbeiten im Museumsgarten erledigt. Dienstschluss ist immer gegen 15:00 Uhr .

   Jungtiere werden hier besonders gut umsorgt   

Wie viele Tiere haben im Museum ihr Zuhause?


Also die Anzahl unserer Tiere variiert ziemlich stark, ich würde aber sagen, dass wir momentan etwa 300 Tiere im Haus haben. Diese Zahl hängt einerseits mit der momentanen Jungtiersaison zusammen, andererseits auch mit den Futterlieferungen. Da unsere Tiere Großteils lebendes Futter bekommen, müssen wir uns natürlich auch um diese kümmern.

Gibt es dabei eine Tierart, die vorherrscht?


Wenn man es artspezifisch betrachtet, dann sind das ganz sicher die Ameisen – davon haben wir besonders viele!




Die Ameisen sind dann sicherlich auch die kleinsten Tiere – aber welche sind die größten?


Ja, das ist richtig! Unser größtes Tier ist der Wels. Durch die Verzerrung des Aquarium-Glases und des Wassers ist es schwer zu schätzen, wie groß er ist, aber ca. eineinhalb Meter wird seine Größe schon ganz gut treffen.

Wann werden die Tiere gefüttert, gibt es da bestimmte Zeiten?


Bei der Fütterung versuchen wir möglichst gut auf die Bedürfnisse der jeweiligen Tiere einzugehen, woraus sich auch ein relativ schwer zu durchschauender Fütterungsplan ergibt. Vereinfacht kann man aber sagen, dass es zwei Fütterungstage pro Woche gibt, wo alle Tiere versorgt werden. Ausnahmen bilden dann zum Beispiel die Jungtiere der Reptilien und Amphibien, denn diese brauchen täglich Nahrung, oder die ausgewachsenen Schlangen, die nur alle zwei Wochen Futter bekommen.

Tierpfleger-Lehrling Peter bei der Fütterung der Sumpfschildkröten im Außenbereich

Wie viel Futter braucht man dann für diese Tiere?


Naja das ist gar nicht so einfach zu sagen, denn die meisten Lieferungen kommen automatisch, weil gewisses Futter natürlich regelmäßig benötigt wird. Aber auf der letzten Rechnung waren zum Beispiel 200 Stück Heuschrecken oder 2.000 Stück Heimchen aufgelistet.

 

Welche Tätigkeiten fallen neben der Tierfütterung noch in euren Verantwortungsbereich?


Das ganze Jahr über müssen wir natürlich die Aquarien und Terrarien sauber halten, das heißt, innen putzen sowie die Pflanzen, Steine und den Untergrund bei Bedarf erneuern. Jetzt im Sommer kümmern wir uns auch um den Museumsgarten, also Pflanzen gießen und schneiden, den Filter im Teich wechseln sowie den Teich putzen, wir übernehmen also im Sommer auch immer wieder die Rolle eines Gärtners.

Passieren bei der Arbeit auch manchmal „Hoppalas“?


Natürlich passiert so etwas! Als zum Beispiel unser früherer Kollege noch im Haus war, wollte dieser im Naturbereich das Aquarium-Glas putzen. Dafür haben wir große Putz-Magnete, mit denen man aufgrund der magnetischen Anziehung natürlich vorsichtig hantieren muss. Ihm ist dann leider das Missgeschick passiert, dass er mit dem Magneten zu nahe an das Metallgeländer geraten ist, wo sich der Putz-Magnet natürlich angeheftet hat. Er hat es dann zwar geschafft, den Magneten vom Geländer herunter zu bekommen, da aber hinter ihm ein Abluftrohr – ebenfalls aus Metall – war, blieb der Magnet dann gleich wieder dort hängen, was natürlich lustig zum Ansehen war.

Ein anderes Mal mussten wir den Teich im Museumsgarten putzen. Da das aber ein schwieriges Unterfangen war, wenn man außerhalb des Teiches steht, beschlossen wir, das Ganze im Bikini, mit Schnorchel und Taucherbrille zu erledigen.

Text: Claudia Hauer
Fotos: Fabian Röper, Claudia Hauer © Landesmuseum Niederösterreich
 

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